Verarbeitungshinweise für Technische Klebebänder von CMC

Oberflächenbeschaffenheit

Die Oberfläche der zu beklebenden Teile muss trocken, fettfrei und sauber sein. Ein Kennzeichen für noch nicht saubere Oberflächen kann bei Benetzung mit Wasser die Ausbildung von Wasserperlen sein.
Außerdem muss der Untergrund für die Verklebung fest sein. Lose Lackschichten etc. vorher entfernen.

Mechanisches Reinigen

Je nach Anwendung und Basismaterial kann durch Aufrauen die wirksame Klebfläche vergrößert werden. Die Rautiefe muss deutlich unter der Kleberschichtstärke liegen (Gute Verankerung des Klebers in der aufgerauten Oberfläche).

Chemisches Reinigen

Fette, Öle und andere Trennmittel sowie Verschmutzung können mit Reinigungsmitteln wie z.B.

  • Aceton
  • Toluol
  • Isopropanol
  • Ethylacetat


entfernt werden. Dabei muss grundsätzlich zunächst geprüft werden, ob das verwendete Lösemittel für den zu reinigenden Werkstoff geeignet ist. Bei der Verwendung der Lösemittel sind unbedingt die Sicherheitsvorschriften der Hersteller beachten.

Sanfte Reiniger zum Entfernen von Kleberresten

Solvent 50 Super
(Kontakt-Chemie)
Best.nr. 812031-12
bei Conrad
92530 Wernsberg-Köblitz
Tel. 09604/408988
Gereinigte Oberflächen vor Wiederverschmutzung (Fussel, Fingerabdrücke, etc.) schützen. Vorzugsweise sofort verkleben.

Oberflächen mit geringer Oberflächenenergie

Bei unpolaren Kunststoffen wie

  • Polypropylen PP
  • Polytetrafluorethylen PTFE (z.B. Teflon®)
  • Polyethylen PE
  • Gummi, Silikone


gibt es naturgemäß Probleme bei der Verklebung mit Standard-Klebebändern. Hierfür gibt es spezielle Kleber, die Sie bei uns nachfragen sollten. Auch sollte die Oberfläche chemisch oder physikalisch aufgeraut werden (z.B. Coronavorbehandlung).

Verarbeitungstemperatur, Endfestigkeit

Die günstigste Verarbeitungstemperatur ist ca. 20°C. Verklebungen unter 10°C sollten vermieden werden.
Bei zu hohen Temperaturunterschieden der zu verbindenden Teile kann Kondenswasser entstehen, das eine ordnungsgemäße Verklebung verhindert.
Das Klebeband sollte mit möglichst hohem Druck (abhängig von Werkstoff und Werkstück) aufgeklebt werden. Klebstoffe sind viskoelastisch und fließen in die Unebenheiten des Substrates. Die Endklebkraft wird bei den meisten Klebebändern nach etwa 72 Stunden Verweilzeit erreicht. Diese Zeit kann man durch angepasstes Erwärmen verkürzen.

Wärmehärtende Kleber

Wärmehärtende Kleber sind im Anlieferzustand bereits weitgehend beständig gegen Tränklacke. Eine nachträgliche Wärmebehandlung stabilisiert diese Beständigkeit. Empfohlene Temperaturen: 1 Std -150°C, 2 Std - 130°C, 4 Std - 100°C. Diese Kleber sind in den meisten Fällen auch ohne Temperung einsetzbar.

PVC, Weichmacher

Verklebungen mit Weich-PVC sind kritisch, da die Weichmacher-Diffusion zu einer Verschlechterung der Kohäsion der Kleberschicht führen kann.

UV-Bestrahlung, Außeneinsatz

Nicht alle Kunststoffe sind für den dauerhaften Außeneinsatz unter Sonnenbestrahlung geeignet. Unter den technischen Folien kann besonders Polyester nach einigen Monaten intensiver Sonneneinstrahlung spröde werden. Für den Außeneinsatz bieten wir spezielle Klebeband-Typen an. Bitte fragen Sie bei einem solchen Einsatz unter Hinweis auf eine solche Belastung bei uns an.

Tränklacke, Tränkharze

Aufgrund der großen Vielfalt an unterschiedlichen Tränkmitteln ist es nicht möglich, allgemein gültige Aussagen zu treffen. Insbesondere styrolhaltige Tränkmittel können problematisch sein. Hier helfen in vielen Fällen nur Tests, die wir gerne mit den von Ihnen beigestellten Mustern in unserem Hause durchführen.


Rückseitenbehandlung

Rückseitenlackierungen bzw. Rückseitenpräparationen verbessern das Abrollverhalten der Klebebebänder. Sie verhindern, dass die Klebebeschichtung nach Lagerung auf der Rückseite des Klebebandes anhaftet. Nahezu jedes auf sich selbst aufgewickeltes Klebeband auf dem Markt besitzt eine solche Releasebeschichtung.

 

Hinweise zu Haltbarkeit und Lagerfähigkeit unserer Klebeband-Klebstoffprodukte vor und nach der Anwendung

Unsere Produkte unterliegen im unverarbeiteten Zustand auf Grund ihrer Beschaffenheit und chemischen Zusammensetzung generell einer begrenzten Haltbarkeit bzw. Lagerfähigkeit. Unsere Gewährleistungszeit liegt im Allgemeinen bei 12 Monaten, kann im Einzelfall jedoch auch kürzer sein. Die meisten Klebebänder kann man bei korrekter Lagerung jedoch auch drei bis fünf Jahre ohne wesentliche Qualitätseinbuße lagern. Ausnahmen sind z.B. Gewebeklebebänder, die eine größere Haftung zur Rückseite aufbauen.

Für eine optimale Verarbeitbarkeit sollten die Lagerbedingungen unbedingt eingehalten werden. Das bedeutet, die Klebebänder sollten in den Originalverpackungen trocken und bei Temperaturen zwischen 15-20 °C ohne direktes Sonnenlicht gelagert werden.

Lagerung der Klebebänder stets stehend, da ansonsten Druckstellen die Verarbeitbarkeit einschränken können.
Klebebänder, die wieder ablösbar eingesetzt werden (kurzfristige Anwendungen), unterliegen kürzeren Gebrauchszeiträumen, da die Klebkraft zum Untergrund mit der Verwendungsdauer zunimmt. Eigene Tests des Kunden sind zumeist erforderlich, um eine endgültige Aussage treffen zu können. Einige wenige bestimmte Klebebänder oder Funktionsbeschichtungen unterliegen kürzeren Einsatzzeiten. Gerne senden wir Ihnen bei Bedarf die entsprechenden technischen Datenblätter zu.

Abziehen von Abdeckung (Liner)

Doppelseitige Klebebänder oder sogenannte Transferkleber sind meist mit nur einer Schutzabdeckung versehen (silikonisiertes Papier, silikonisierte Folien).

Nach Aufbringen des Klebebandes (des Transferklebefilms) sollte man zur Erzielung guter Ergebnisse zunächst mind. 10 Minuten warten, bevor man die Abdeckung in einem flachen Winkel langsam abzieht. Dadurch verhindert man, daß sich gegebenenfalls die Klebefläche vom Untergrund abhebt und zB. Luftbasen entstehen.

Bei doppelseitigen Klebebändern, die beidseitig abgedeckt sind (zweimal mit silikonisiertem Papier oder wechselseitig Papier und transparente PET-Folie bzw. ransparente PE-Folie), haftet der Transferklebefilm unterschiedlich stark auf den beiden Abdeckmaterialien.
Auch in diesem Fall ist es wichtig, das erste, weniger gut anhaftende Abdeckmaterial in einem spitzen Winkel abzuziehen, damit der Klebefilm sich nicht unbeabsichtigt von der anderen Abdeckung ablöst.

Diese Hinweise zum Ausdrucken finden Sie HIER

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