Blindstrom bei der Hochspannungsprüfung mit Wechselspannung

CMC Klebetechnik GmbH, Herr Gerald Friederici

Möglichkeit der Fehlinterpretation von Messergebnissen

Um die korrekte Funktion der eingesetzten Isolationsmaterialien zu überprüfen, wird als Qualitäts-sicherungsmaßnahme in vielen Fällen an ein elektrotechnisches Produkt eine Prüfspannung ange-legt. Diese liegt deutlich über der erwarteten höchsten Betriebsspannung und soll sicherstellen, dass keine Mängel vorliegen. Typische Angaben aus verschiedenen Normen sind zum Beispiel Unenn x 2 plus 1.000V.

Jedoch deutet nicht jeder kleine Stromfluss bei dieser Prüfspannung bereits auf einen Isolationsfeh-ler hin. Der für die Prüfung verwendete Hochspannungstransformator muss daher die Möglichkeit bieten, die Auslöseempfindlichkeit der Kurzschluss-Detektion einzustellen. Üblich ist, dass ein Strom-fluss unter 3 mA bei Prüfspannung (einige Hundert bis einige Tausend Volt) nicht zu einer Auslösung führen darf. Erst darüber hinausgehende Ströme deuten einen Fehler in der Isolation selbst an.

Ein Isolationsfehler ist in erster Linie ein Bereich, in dem der Widerstand des Isolationsmaterials so niedrig ist, dass die anliegende Feldstärke einen nennenswerten Stromfluss bewirken kann. Ein wich-tiger Aspekt bei der Beurteilung der Messergebnisse ist allerdings der Umstand, dass in sehr vielen Fällen mit Wechselspannung (AC) geprüft wird. Für rein Ohmsche Widerständen ist es prinzipiell egal, ob mit AC oder DC gemessen wird. Jedoch beinhalten viele elektrotechnische Geräte mehr oder we-niger auch unbeabsichtigt Induktivitäten und Kapazitäten (Beispiel: große gemeinsame spannungs-tragende Fläche in einer Platine gegenüber geerdetem Metallgehäuse, wobei sich diese Flächen auch aus einzelnen, kleineren Flächen durch Parallelschaltung aufsummieren können). Und diese kapaziti-ven oder induktiven Kopplungen können zu Fehlinterpretationen führen.

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