Informationen zum Kleben

Klebertypen

Acrylat Kleber

sind synthetisch hergestellte Klebstoffe mit vielen positiven Eigenschaften. Acrylatkleber sind alterungsbeständig, besitzen meist eine sehr hohe Klebkraft und sind von -50°C bis 180°C einsetzbar. Sie zeichnen sich durch eine hohe Alterungsbeständigkeit, eine gute Chemikalienbeständigkeit und, wenn gewünscht, hohe Scherfestigkeit aus.

Sie eignen sich für Verklebungen im Innen- und Außenbereich.

  • sehr gut alterungs- und UV-beständig

  • gute Soforthaftkraft, herausragende Endhaftkraft

  • hohe Temperaturbeständigkeit (-50°C bis 180°C)

  • sehr gute chemische- und Lösemittelbeständigkeit

Polysiloxan Kleber

sind in einem extrem breiten Temperaturbereich einsetzbar (ca. -100°C bis 350°C). Sie zeichnen sich durch ihre Wiederlösbarkeit selbst nach hoher Temperaturbelastung aus. Polysiloxankleber haften auch auf schwierigen Untergründen und sogar auf Silikon. Sie sind extrem chemikalien- und witterungsbeständig, erreichen eine gute Scherfestigkeit und sind sehr langlebig/ extrem alterungsbeständig.

  • niedrige Soforthaftung, die sich aber binnen 72 Std. erheblich steigert
  • sehr gute innere Festigkeit (rückstandsfreies Wiederabziehen)
  • haftet auch auf sehr niederenergetischen Oberflächen
  • extrem gute chemische Beständigkeit
  • überragende Temperaturbeständigkeit zwischen -60°C und ca. 300°C

Kautschuk Kleber

sind Klebstoffe, die aus natürlichen oder synthetischen Harzen hergestellt werden. Hauptmerkmale sind eine meist hohe Soforthaftung und gute Klebkraft auf einer Vielzahl von Oberflächen. Diese Kleber sind von -20°C bis zu 155°C einsetzbar, kurzfristig noch höher (Lacktrocknung). Allerdings haben Klebstoffe dieser Kategorie eine beschränkte Alterungsbeständigkeit.

Sie eignen sich besonders im Innenbereich für allgemeine Aufgaben.

  • sehr gute Soforthaftung
  • gute Haftung auch auf abweisenden Oberflächen wie PP oder PE
  • Einschränkungen bezüglich Alterungs- und chemischer Beständigkeit
  • Kann auch wiederablösbar eingestellt werden
  • Temperatureinsatz von -20°C bis 155°C

Heißsiegel Kleber

bieten höchste Klebkraft. Der Klebstoff wird durch Erhitzen aufgeschmolzen und verklebt unter Druck und Temperatur. Man erhält eine sehr hoch belastbare Verklebung, die bei transparenter Einstellung des Klebers nahezu unsichtbar ist. Die Schmelztemperatur kann eingestellt werden.

Hotmelt Kleber

sind 100% Systeme. Das bedeutet, dass kein Lösemittel eingesetzt werden muss, um den Klebstoff aufzutragen. Vielmehr wird das Kleberharz aufgeschmolzen und erstarrt beim Auftragen auf die Folie. Durch Nachvernetzung kann man auch hoch temperaturbesändige Einstellungen erzielen. Das Klebeband ist bei Raumtemperatur selbstklebend ähnlich einem Kautschuk- oder Acrylatkleber.

Liner

Je nach Klebeband oder Anwendung werden unterschiedliche kleberabweisende Folien und Papiere eingesetzt. Bei doppelseitigen Klebebändern mit nur einem Liner sind die beiden Seiten unterschiedlich stark abweisend, damit die Verarbeitung zuverlässig erfolgen kann.

Kohäsion und Adhäsion

Grundlage für das Klebevermögen eines Klebstoffes/ Klebebandes sind die beiden Kräfte Kohäsion und Adhäsion.

 Die Adhäsion bewirkt die Haftung des Klebebandes zum Untergrund. Die dabei wirkenden Kräfte sind umso größer, desto näher sich die beiden Flächen sind. Die Festigkeit der Verklebung ist direkt abhängig von dem Kontakt, den der Klebstoff zur Oberfläche hat, daher erreicht man eine deutliche Verbesserung durch Verkleben unter Druck (mit Rakel). Zusätzlich kann die Adhäsion der zu verklebenden Oberflächen durch Primer (Klebepromoter) verbessert werden.

 Die Kohäsion beschreibt die Eigenschaft des Klebers, in sich eine mechanische Stabilität zu besitzen. Als extremes Beispiel für einen Klebstoff mit geringer Kohäsion sei hier "Honig" genannt. Eine gute Adhäsion (Klebrigkeit) ist in diesem Fall gepaart mit geringer Kohäsion (weich, fließend). Die Klebkraft zum Untergrund steigt mit der Zeit an. 

Gute Klebkraftwerte erreicht man bereits innerhalb 10 Minuten, nach 24 Stunden sind meist fast die Endwerte erreicht. Moderate Erwärmung (z.B. auf 70°C) verkürzt diese Zeit durch beschleunigte Oberflächenbenetzung. 

Kohäsion und Adhäsion

Belastungsarten einer Verklebung

Unterschiedliche Klebstoffarten reagieren unterschiedlich auf die möglichen Belastungsarten.

Belastungsarten einer Verklebung

Allgemein kann man sagen, dass weichere Klebstoffe dynamische Zugbelastungen besser abfangen können. Härtere Kleber verkraften besser Scherkräfte als weiche. Extremes Beispiel: Klebstoff "Honig", bei dem die beiden Flächen leicht abschmieren würden. Spalt- und Schälkräfte sind Kombinationen der beiden Belastungsarten Zugbelastung und Scherbelastung. Im Gegensatz dazu erfolgt hier aber die Krafteinleitung nur in einem geringen, linienförmigen Teil der Klebfläche. Diese Belastungsarten sind zu vermeiden, da sie nur schlecht von Klebebändern abgefangen werden können. 

Oberflächenspannung und Verklebbarkeit

Unterschiedliche Materialien lassen sich unterschiedlich gut verkleben. Die antihaftende Oberfläche einer Bratpfanne verhält sich anders als eine Metalloberfläche in Bezug auf eine Beklebung. Man spricht in diesem Zusammenhang von der Oberflächenspannung (gemessen in dyn oder mN/m). Grob vereinfacht kann man diese Erscheinung mit der Magnetkraft vergleichen, mit der sich die Moleküle anziehen (Polarität der Oberfläche). Ist die Oberflächenspannung gering, kann man durch Maßnahmen wie eine Plasma- oder Coronavorbehandlung oder durch einen so genannten Primer (Klebkraft-Promoter) die Verklebung zum Teil erheblich verbessern. Großflächige Krafteinleitung und -verteilung reduziert die Bauteilbelastung (anders als z.B. bei Schrauben oder Nieten).

 Vorteile von Verklebungen

  • Schnelle und wirtschaftliche Verbindungstechnik

  • Verbindung auch sehr dünner Materialien, dadurch leichtere Bauweise möglich

  • Anders als bei anderen Fügetechniken wird die Werkstoffstruktur nicht beeinflusst (keine hohe Temperatur wie beim Schweißen, kein Bohren etc.)

  • Elastische Verbindung zur Schwingungs- und Vibrationsdämpfung

  • ggf. elektrische Isolation zwischen Metallteilen, Vermeidung von Kontaktkorrosion

  • Konstruktionsfreiheit für Designer wird erhöht, da keine sichtbaren Schraub- oder Schweißverbindungen notwendig

  • Ausgleich von Toleranzen und Unebenheiten

  • Abdichten durch Kleben