Äquivalenzfaktoren bei Isolationsmaterialien

In verschiedene Produktnormen elektrischer Geräte (z.B. UL 1012) werden konkrete Isolationsmaterialien zur Isolation beschrieben. Dabei handelt es sich beispielsweise um Isolationen zwischen spannungsführenden Teilen und geerdeten Gehäusen. Viele Normen sind bereits einige Dutzend Jahre alt. Trotz regelmäßiger Überarbeitung halten sich insbesondere aus der Anfangszeit der Norm stammende Isolationsprodukte wegen der Langzeiterfahrungen im Feldeinsatz hartnäckig. Sie werden heute jedoch nicht mehr oder nur beschränkt noch eingesetzt.

Um bei der Überarbeitung der Normen auch moderne Isolationsprodukte ergänzen zu können, werden öfter sogenannte Äquivalenz-Faktoren verwendet. Diese ergänzen die Normtexte um modernere Produkte wie Polyesterfolien, PTFE oder Aramid-Papier. Dabei werden sie in einem bestimmten Verhältnis zu den alten Isolierstoffen gestellt.

So wird zum Beispiel in der UL 1012 (Netzteile) für Isolationen in Transformatoren zwischen spannungsführenden Teilen entweder gewachstes Papier oder Vulkanfiber mit einer Stärke von 0,8 mm als zu verwendendes Material beschrieben. Zwei Produkte, die heute sehr unüblich sind.

Um auch modernere Isolationsmaterialien einsetzen zu können, wurde eine zusätzliche Tabelle in die Norm eingefügt. Sie enthält eine Liste von Faktoren mit der Angabe, um wie viel besser diese Materialien gegenüber Wachspapier oder Vulkanfiber sind.

Beispiel aus Tabelle 28A.3 der UL 1012:

Die äquivalente Stärke von Polyesterfolien gegenüber dem Vulkanfiber-Material beträgt 1/4. Oder mit anderen Worten: statt der vorgeschriebenen 0,028 inch (0,71 mm) kann man eine 0,19 mm PET-Folie einsetzen.

Leider sind solche „Korrekturfaktoren“ bisweilen in Normen nicht leicht zu finden. Sie stellen jedoch bis zur generellen Überarbeitung einer Norm auf den neuesten Stand eine Möglichkeit dar, relativ einfach zusätzliche Isolationsmaterialien mit aufzunehmen.

Äquivalenzfaktoren bei Isolationsmaterialien