Folienbeschichtung und Lohnbeschichtung - So wird aus Material Funktion

Beschichtung veredelt Folien, Gewebe, Vliese oder Papier mit funktionalen Schichten – z. B. Klebstoffen oder Spezialbeschichtungen. Bei CMC Klebetechnik begleiten wir Projekte strukturiert von ersten Mustern über Labor-/Pilotversuche bis zur Serienproduktion im Rolle-zu-Rolle-Prozess.
Folienbeschichtung und Lohnbeschichtung - So wird aus Material Funktion
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Wenn Material allein nicht ausreicht

Oft wirken Materialien auf dem Papier vielversprechend – scheitern aber im realen Prozess:

mangelnde Haftung, ungeeignetes Ablöseverhalten, fehlende Temperaturbeständigkeit oder zusätzliche Anforderungen wie elektrische bzw. thermische Leitfähigkeit. Genau hier setzen wir an.


Durch gezielte Beschichtung machen wir flexible Bahnwaren wie Folien, Gewebe oder Vliese funktional – so, wie es die Anwendung verlangt. Dabei verstehen wir uns nicht nur als Fertiger, sondern als Kompetenzpartner, der Materialwissen, Erfahrung und Prozesstechnik vereint.


In diesem Beitrag zeigen wir:

  • was industrielle Rolle zu Rolle Beschichtung ausmacht
  • wann Lohnbeschichtung sinnvoll ist
  • wie wir Kunden von der ersten Idee bis zur Serienreife begleiten


Was ist Lohnbeschichtung?

Bei der Lohnbeschichtung beschichten wir flexible Bahnwaren im Auftrag unserer Kunden – auf Wunsch mit beigestellter Folie, beigestellter Beschichtungsmasse oder mit beidem.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

• Keine Investition in eigene Anlagen

• Keine zusätzlichen Prozess- und Personalressourcen

• Reproduzierbare Qualität

• Schnelle Entwicklungszyklen

• Wirtschaftliche Umsetzung auch kleinerer Mengen

Besonders bei Spezialanwendungen ist das oft der effizientere und deutlich schnellere Weg.

 

Beschichtung im Rolle zu Rolle Verfahren – was steckt dahinter?

Im industriellen Prozess wird eine funktionale Schicht präzise auf ein Trägermaterial aufgebracht. CMC Klebetechnik nutzt dafür mehr als 60 Jahre Erfahrung.


Drei Faktoren bestimmen das Ergebnis:


1. Trägermaterial

Folien, Gewebe, Vliese oder Papier


2. Beschichtungsstoff

Klebstoffe oder Spezialcompounds


3. Prozessparameter

Geschwindigkeit, Trocknung, Vorbehandlung und mehr


Nur wenn alle Faktoren perfekt harmonieren, entsteht eine Lösung, die nicht nur im Versuch, sondern auch in der Serie stabil läuft

Wann lohnt sich Lohnbeschichtung?

Viele Unternehmen entscheiden sich für Lohnbeschichtung, wenn eigene Entwicklungskapazitäten fehlen, Produktionsengpässe entstehen oder die notwendige Anlagentechnik nicht vorhanden ist. Häufig ist es aber auch eine strategische Entscheidung: Die eigenen Teams konzentrieren sich auf Kernkompetenzen, während die Beschichtung von einem spezialisierten Partner übernommen wird.


Aus unserer Erfahrung ist Lohnbeschichtung besonders sinnvoll, wenn:


  • spezielle Materialkombinationen oder Funktionen gefragt sind
  • schnelle Iterationen in der Entwicklung benötigt werden
  • kleine bis mittlere Mengen wirtschaftlich abgebildet werden sollen
  • reproduzierbare Qualität und Dokumentation wichtig sind
  • der Weg zur Serienreife verkürzt werden soll


Dabei können unsere Kunden den Träger, das Beschichtungscompound oder beides beistellen. Zusätzlich sind Beschichtungsversuche möglich, bei denen Anlagentechnik und Personal gezielt für Entwicklungszwecke genutzt werden.

Wie läuft ein Beschichtungsprojekt bei CMC ab?

Damit aus einer Materialidee eine serienfähige Lösung wird, braucht es mehr als nur den eigentlichen Beschichtungsprozess. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Anwendung, Material, Beschichtungsstoff und späterer Verarbeitung.


Genau an dieser Stelle unterstützen wir unsere Kunden als Kompetenzpartner für Beschichtungen. Gemeinsam prüfen wir Anforderungen, entwickeln erste Muster, validieren geeignete Parameter und übertragen erfolgreiche Ansätze schrittweise in eine seriennahe Produktion.


Damit aus einer Idee ein serienreifes Produkt wird, begleiten wir den gesamten Prozess:

 1. Erste Bemusterung & technische Klärung

  • Abstimmung von Anforderungen und Zielbild
  • Erste A4 Muster zur grundsätzlichen Bewertung

2. Labor- & Pilotphase

  • Prozessparameter testen
  • Varianten beurteilen
  • größere Muster unter realistischen Bedingungen erzeugen

3. Überführung in die Serie

  • Musterproduktionen auf der Großanlage
  • Validierung und anschließende Serienbelieferung

So unterstützen wir nicht nur die Beschichtung selbst, sondern den Weg zu einer Lösung, die sich im Kundenprozess zuverlässig einsetzen lässt.



Welche Materialien und Systeme kommen zum Einsatz?

Wir beschichten eine große Bandbreite flexibler Materialien, z. B.:


  • Polyester, Polyimid, Aramidpapier
  • PTFE, ETFE, PEN, PPS, PEEK
  • Kupfer- und Aluminiumfolien
  • Glasgewebe, Nonwovens


Typische Beschichtungssysteme:

  • Acrylat-, Silikon-, Kautschuk- und Heat Seal-Klebstoffe
  • PU- und Polyesterharz-Klebstoffe
  • Spezialcompounds wie leitfähige Silikone, Latex oder 2 K Systeme


Jedes System wird so gewählt, dass es exakt zur Anwendung passt.


Begriffs-Quickcheck:

2K-System:
 Ein Zwei-Komponenten-System, das erst durch das Mischen reagiert beziehungsweise aushärtet.

100%-System: Ein System ohne Lösemittel- oder Wasseranteil. Die aufgetragene Masse bleibt vollständig als Schicht erhalten, anstatt während der Trocknung Anteile zu verlieren. 

Hinweis: Genannte Markennamen dienen nur als Materialbeispiele. Die Markenrechte liegen bei den jeweiligen Inhabern.


Technik und Kennzahlen im Überblick

Für wasserbasierte und lösemittelbasierte Systeme stehen bei CMC zwei moderne Beschichtungssysteme zur Verfügung. Wir beschichten Breiten bis 1.900 mm und passen Prozessgeschwindigkeit sowie weitere Parameter an Produkt, Material und Qualitätsziel an.

ParameterKennzahl
Anlagenzwei Beschichtungssysteme
Max. Breitebis 1.900 mm
Geschwindigkeitbis 50 m/min (je nach Produkt/Qualitätsziel)
Auftragsgewichtca. 6 g/m² bis 2.000 g/m²
TrocknungHeißluft
Max. Temperaturbis 155 °C (auch zum Vernetzen)
OberflächenaktivierungCorona-Vorbehandlung


Warum Prozessverluste in die Kalkulation gehören

In der Beschichtung gelangen nicht 100 Prozent der eingesetzten Materialien in das Endprodukt. Das ist kein Ausnahmefall, sondern Teil des realen Prozesses.


Typische Ursachen sind:


  • Einfahrverluste
  • technisch bedingte beschichtungsfreie Ränder
  • Restmengen in Behältern
  • Teilungsverluste beim Schneiden


Je nach Projekt sind 5–15 % Materialverlust realistisch und sollten eingeplant werden.

Durch standardisierte Anlaufprotokolle, gezielte Prozessparametersetzung und optimierte Vorrichtungen reduzieren wir Einfahrverluste messbar. Das spart insbesondere bei beigestelltem Material direkten Kostenaufwand für unsere Kunden und macht Angebote kalkulierbarer.

Streifenbeschichtung: Wenn vollflächig nicht die beste Lösung ist

Nicht jede Anwendung profitiert von einer vollflächigen Beschichtung. Bei dünnen Folien kann Klebstoff beispielsweise herausgedrückt werden und unerwünschte Verklebungen verursachen. Bei Stanzteilen wiederum kann eine klebstofffreie Grifflasche das Handling deutlich erleichtern.


Für solche Anforderungen bieten wir Streifenbeschichtung an. Dabei wird der zunächst flüssige Klebstoff nur in definierten Streifen aufgebracht. Abstände und Breiten lassen sich anwendungsspezifisch anpassen. 

 Typische Vorteile:


  • individuell definierbare Streifenmuster
  • klebstofffreie Kanten, zum Beispiel für Finger-Lift-Lösungen
  • geringeres Risiko von Blocken oder Verkleben bei Lagerung


Von der Beschichtung zur verarbeitungsfertigen Lieferung

Beschichtung ist in vielen Projekten nur ein Teil der Wertschöpfung. Deshalb ergänzen wir den Prozess bei Bedarf um weitere Schritte wie Schneiden und Stanzen. 


Dank flexibler Systemtechnik können wir sowohl kleinere Aufträge ab 500 m² als auch großvolumige Serien wirtschaftlich abbilden.

Umweltaspekt: Nachhaltigkeit mitgedacht

Bei lösemittelbasierten Systemen ist der kontrollierte Umgang mit entstehenden Emissionen ein zentraler Bestandteil des Prozesses. Unsere Kunden profitieren davon, dass wir schädliche Emissionen im Prozess so weit wie möglich reduzieren.


Denn neben technischer Leistungsfähigkeit gewinnen auch Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusstes Handeln in Unternehmen immer mehr an Gewicht. CMC verbindet beides: fundierte Beschichtungskompetenz und einen bewussten Umgang mit Umweltverantwortung.


Dass dieser Anspruch bei CMC auch auf Unternehmensebene verankert ist, zeigt die Auszeichnung mit der EcoVadis Bronze-Medaille. Damit gehört CMC zu den besten 35 % der weltweit von EcoVadis bewerteten Unternehmen. Berücksichtigt werden dabei unter anderem die Bereiche Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung.

FAQ

Je nach Projekt stellen Sie den Träger, das Beschichtungscompound oder beides. Im Erstgespräch klären wir, welche Konstellation für Ihr Ziel am sinnvollsten ist.

 Ja. Wir verarbeiten sowohl wasserbasierte als auch lösemittelbasierte Systeme.

Ja. Streifenmuster lassen sich über Masken in der Beschichtungseinheit flexibel gestalten – inklusive klebstofffreier Kanten, wenn gewünscht.

Fazit: Beschichtung als Entwicklungspartnerschaft denken

CMC Klebetechnik unterstützt Unternehmen dabei als Kompetenzpartner für Beschichtungen – mit Materialverständnis, Prozesswissen und dem Blick auf die Anforderungen im späteren Einsatz. So entstehen funktionale Lösungen, die technisch belastbar, wirtschaftlich umsetzbar und auf den konkreten Anwendungsfall abgestimmt sind.


Der größte Mehrwert entsteht, wenn Beschichtung als Zusammenspiel aus Material, Beschichtungsstoff, Prozess und Anwendung verstanden wird. Genau darin liegt unsere Stärke:


  • wir fertigen nicht nur
  • wir entwickeln gemeinsam Lösungen
  • wir begleiten den Weg bis zur Serie

Wenn Sie eine Funktionalisierung planen, unterstützen wir Sie gerne.



Für einen schnellen Projektstart helfen uns vor allem diese Informationen:


  • Trägermaterial, Typ, Dicke und Breite
  • gewünschte Funktion, zum Beispiel Haftung, Temperaturbeständigkeit oder Isolation
  • geplanter Folgeprozess, etwa Stanzen, Laminieren oder Montage
  • Zielmenge und Zeitplan


Gemeinsam definieren wir den passenden Weg von ersten Mustern bis zur Serienproduktion.



Weitere Informationen finden Sie auch hier:


Entwicklung (Projektstart & Musterphase) 

Prinzip der Folienbeschichtung (Grundlagen) 

Schneiden & Stanzen (Weiterverarbeitung)